• Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte

    Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte#2260 Linus und der Kürbismond

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    Heute wird es herbstlich, denn draußen steht noch die Kürbissuppe vom Abendessen auf dem Tisch, während drinnen ein kleiner Junge etwas am Nachthimmel entdeckt, das ihn alles andere vergessen lässt. Linus sitzt am Küchentisch, schaut aus dem Fenster und sieht einen riesigen, orangefarbenen Mond über den Dächern aufsteigen, fast wie ein überdimensionaler Kürbis.

    Papa erklärt ihm zwar, dass man so ein Phänomen Kürbismond nennt, aber in Linus‘ Kopf setzt sich eine ganz eigene Idee fest. Für ihn ist das kein gewöhnlicher Mond, sondern der größte Kürbis der Welt, der sich heimlich an den Himmel geschlichen hat. Und weil morgen das große Kürbisfest im Ort stattfindet, ist für Linus sofort klar: Der Kürbismond muss natürlich mitfeiern.

    Also malt er eine kleine Einladung, legt sie aufs Fensterbrett und ist überzeugt, dass der Mond sie lesen wird. Als er mitten in der Nacht aufwacht und der Zettel plötzlich verschwunden ist, gerät seine ganze kleine Theorie ziemlich ins Wanken. Hat ihn der Wind weggeweht? Oder hat sich der Mond selbst hinter einer Wolke versteckt, aus Verlegenheit vielleicht?

    Ich mag an dieser Folge besonders, wie viel kindliche Fantasie in einem ganz alltäglichen Herbstabend steckt, und wie Papa die Situation löst, ohne Linus seinen Zauber wegzunehmen. Am Ende zeigt sich: Manchmal braucht eine gute Geschichte nur einen Zettel, einen Wind und ein bisschen Geduld bis zum Morgen.

    Diese Folge ist außerdem ein schöner Anlass, mit euren Kindern mal rauszuschauen und zu vergleichen, ob der Mond bei euch heute Abend auch gerade besonders groß und orange wirkt. Ganz nebenbei erklärt sie sogar kindgerecht, warum der sogenannte Erntemond im Herbst tatsächlich größer und oranger erscheint als sonst, ganz ohne dass es dabei trocken oder belehrend wird.

    Auf abinsbett.net findet ihr das ganze Archiv mit allen Folgen. Danke an alle, die den Podcast über abinsbett.net/support unterstützen, das macht die tägliche Gute-Nacht-Geschichte erst möglich.

    Schlaft gut und träumt was Schönes. Euer Marco.

    Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte#2259 Liv und das besonders Museum

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    Heute geht es mit auf eine Zeitreise, 66 Millionen Jahre zurück, mitten hinein in ein Naturkundemuseum voller Dinosaurierknochen. Liv ist die wohl größte Dino-Expertin ihrer Klasse, und endlich steht der lang ersehnte Museumsbesuch an, auf den sie seit Wochen jeden Abend auf ihrem Kalender ein Kreuz gemacht hat.

    Kaum steht sie vor dem riesigen Tyrannosaurus-Rex-Skelett, sprudeln die Fragen nur so aus ihr heraus. Warum hatte er so kleine Arme? Hatte er Federn? Wie schwer ist einer seiner Zähne? Die Museumsführerin, eine echte Dino-Forscherin, beantwortet geduldig eine Frage nach der anderen, bis klar wird, dass die ganze Gruppe durch Livs Wissensdurst kaum vorankommt.

    Als die Lehrerin zum Weitergehen mahnt, fühlt sich Liv plötzlich schrecklich unangenehm, fast so, als hätte sie den ganzen Ausflug für alle verdorben. Doch statt aufzugeben, zieht sie ihr Notizbuch heraus und schreibt einfach jede einzelne Frage auf, die ihr noch durch den Kopf geht.

    Was am Ende der Führung passiert, als sie der Forscherin ihr vollgeschriebenes Notizbuch zeigt, hat mich beim Vertonen richtig gerührt. Diese Geschichte erzählt davon, wie viel Mut es manchmal braucht, neugierig zu bleiben, auch wenn man sich dafür ein bisschen fremdschämt. Und sie zeigt, dass echte Begeisterung früher oder später auf die richtigen Menschen trifft.

    Für alle kleinen und großen Dino-Fans zuhause ist diese Folge eine schöne Erinnerung daran, dass es sich lohnt, weiterzufragen, selbst wenn andere schon weitergehen wollen, und dass Begeisterung kein Grund zum Schämen ist, sondern oft genau das, was einen Erwachsenen am meisten beeindruckt. Und ein kleiner Hinweis nebenbei: Wer noch mehr Warum-Fragen liebt, warum manche Tiere Streifen haben und andere Punkte zum Beispiel, findet beim neuen Podcast „Warum eigentlich, die Welt einfach erklärt“ jede Menge Antworten, auch als Video bei YouTube und Spotify.

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    Schlaft gut und träumt was Schönes. Euer Marco.

    Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte#2258 Felix und die Werkstatt der geheimen Träume

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    Heute nehme ich euch mit in eine Werkstatt voller Staub, alter Kisten und einem Geheimnis, das seit fast 60 Jahren darin schlummert. Felix hat einen dieser Tage, die einfach nicht laufen wollen. Das Marmeladenbrot fällt verkehrt auf den Boden, der Schnürsenkel verknotet sich hoffnungslos, und als er mit Opa in der Werkstatt ein Brett sägen will, wird die Kante am Ende schief wie eine Treppenstufe.

    Als Opa kurz raus muss, weil in der Küche der Wasserhahn tropft, zeigt er Felix noch auf eine alte, verstaubte Kiste unter der Werkbank. Vielleicht liegt da ja eine bessere Säge drin, meint er. Felix öffnet die Kiste und findet tatsächlich kein Werkzeug, sondern ein winziges Holzboot mit ausgefranstem Segel und ein kleines Holzhaus, dem das Dach fehlt. Auf einem Schild steht in krakliger Kinderschrift der Name Paul, und das ist, wie viele von euch inzwischen wissen, Opas Vorname.

    Als Felix das Boot vorsichtig betrachtet, bricht aus Versehen der Mast, genau in dem Moment, als Opa zurückkommt. Doch statt sich zu ärgern, hält Opa einen Moment lang inne, und eine Träne läuft ihm über die Wange. Nicht wegen des zerbrochenen Mastes, sondern weil er dieses selbst gebaute Boot fast sein ganzes Leben vergessen hatte.

    Was dann zwischen Opa und Felix in der Werkstatt passiert, zählt für mich zu den schönsten Szenen, die ich in letzter Zeit erzählt habe. Zwei Generationen, die gemeinsam etwas reparieren, das viel älter ist als Felix selbst, und dabei merken, dass unerledigte Kindheitsträume manchmal nur darauf warten, endlich fertig gebaut zu werden.

    Diese Geschichte erinnert mich daran, wie viel in den Kisten unserer Eltern und Großeltern steckt, von dem wir oft gar nichts wissen. Und sie zeigt Kindern, dass ein Tag, an dem scheinbar nichts gelingen will, am Ende trotzdem noch zu etwas Besonderem werden kann, wenn man am Abend mit jemandem zusammensitzt, der einem zuhört.

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    Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte#2257 Lina und der Baum mit der Tür

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    Die Abende werden kürzer, drinnen wird es gemütlicher, genau die richtige Zeit für meinen Adventskalender: 24 Türchen, 24 neue Geschichten exklusiv für euch, dieses Jahr mit Pupsi und das goldene Leuchten. Hörprobe gibt’s hier [Hörprobe Türchen 1]. Alle Infos und die Bestellung findet ihr hier [direkt zum Kalender].
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    Lina ist neun Jahre alt und ziemlich verträumt, sie liebt es, draußen in der Natur zu sein und einfach nur Dinge zu beobachten. An diesem Nachmittag steht sie wieder vor ihrem Lieblingsbaum im Park, dem riesigen mit der dicken, knorrigen Rinde, als ihr plötzlich etwas auffällt, das sie an diesem Baum noch nie zuvor gesehen hat.

    Ich mag an dieser Folge besonders, wie Lina mitten im Stamm eine winzige Tür entdeckt, ungefähr so groß wie sie selbst, mit einem kleinen runden Griff. Sie tastet die Rinde ab, fasst die Tür an, und wird immer aufgeregter, denn das ist kein Spielzeug und kein aufgemaltes Bild. Es ist eine echte kleine Tür, und die Neugier in ihr wird so groß, dass sie sich ein Herz fasst und den Griff herunterdrückt.

    Was Lina entdeckt, als sie die Tür öffnet und sich plötzlich in einem ganz anderen Raum wiederfindet, voller weiterer Türen, die alle ihr eigenes Geheimnis zu haben scheinen, verrate ich an dieser Stelle nicht vollständig. Nur so viel: Hinter jeder Tür wartet eine andere wunderschöne Szene, und eine besondere Tür mit einem kleinen Stern darüber zeigt ihr am Ende etwas, das sie ihr Leben lang begleiten wird.

    Diese Folge ist für alle Kinder, die gerne von geheimnisvollen Orten und versteckten Türen träumen, und für alle, die sich schon gefragt haben, was wohl in ihrer eigenen Zukunft auf sie wartet. Besonders schön finde ich den Gedanken, dass die Zukunft nicht einfach feststeht, sondern aus vielen Möglichkeiten besteht, zwischen denen jeder von uns jeden Tag aufs Neue wählen darf, ob man anderen hilft, ob man freundlich ist, oder ob man einfach mutig genug ist, etwas Neues auszuprobieren.

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    Einen schönen Abend und süße Träume,
    euer Marco

    Ab ins Bett - Die tägliche Gute-Nacht-Geschichte#2256 Robert und die tanzenden Schatten

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    Robert steht früh am Morgen allein an seiner Bushaltestelle und wartet auf den Schulbus, so wie fast jeden Tag, denn er ist das einzige Kind, das an dieser Stelle einsteigt. Während die Autos vorbeifahren und die Menschen zur Arbeit eilen, fällt ihm auf, wie müde und wie wenig fröhlich alle an diesem Morgen dreinschauen, als hätte jemand den Erwachsenen über Nacht das Lächeln weggenommen. Robert denkt an früher, als die Menschen noch mehr gelacht haben, zumindest kommt es ihm so vor.

    Ich mag an dieser Folge besonders, wie der Schatten eines großen Baumes neben der Haltestelle auf einmal anfängt, sich zu bewegen, ganz von selbst, während der Baum doch völlig ruhig dasteht. Robert blinzelt, schaut noch einmal genau hin, und tatsächlich, die Schatten tanzen vor ihm auf dem Gehweg, als würden sie ihn einladen, mitzumachen. Ein kribbliges Gefühl breitet sich in seinem Bauch aus, fast wie eine Einladung, der er sich kaum entziehen kann.

    Was dann passiert, als Robert dem Gefühl nachgibt und selbst anfängt, einen kleinen Tanzschritt zu wagen, verrate ich an dieser Stelle nicht vollständig. Nur so viel: Es bleibt an diesem Morgen nicht lange bei ihm allein, denn eine Frau bleibt stehen, ein Radfahrer klingelt im Takt, und die graue Stimmung an der Bushaltestelle verändert sich auf eine Weise, die niemand erwartet hätte.

    Diese Folge ist für alle Kinder, die manchmal selbst einen grauen Morgen erleben, und für alle, die wissen wollen, was ein kleiner Tanz bei fremden Menschen bewirken kann. Besonders schön finde ich den Gedanken, dass schon eine einzige fröhliche Bewegung reicht, um eine ganze Straße voller müder Gesichter ein bisschen heller zu machen, und dass man dafür gar nicht viel braucht, nur ein bisschen Mut und einen tanzenden Schatten.

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    Einen schönen Abend und süße Träume,
    euer Marco