Heute nehme ich euch mit zu Julia, die am Abend vor ihrem großen Schulkonzert plötzlich Angst hat, krank zu werden. Ihr Bauch kribbelt, ihr Herz klopft schnell, ihre Finger zittern, und für sie fühlt sich das genau so an wie ihr Fieber letzte Woche. Sie ruft nach Papa und bittet ihn sogar um eine Medizin.
Papa setzt sich zu ihr aufs Bett und erklärt ihr in aller Ruhe, was wirklich in ihr vorgeht. Es ist keine Krankheit, es ist Lampenfieber, und dagegen gibt es tatsächlich keine Medizin, weil man es auch gar nicht wegmachen muss. In dieser Gute Nacht Geschichte erzählt Papa Julia etwas, das viele Kinder überraschen dürfte: Auch er, ein Erwachsener, spürt dieses Kribbeln bis heute, wenn er etwas Neues vor sich hat. Ob beim Aufbauen eines Möbelstücks oder auf einer unbekannten Straße mit seinem Camper, das Gefühl kommt immer wieder, und es hat mit Aufregung zu tun, nicht mit Krankheit.
Was diese Einschlafgeschichte für mich besonders macht, ist die Art, wie Julia nicht einfach beruhigt wird, sondern versteht, warum ihr Körper so reagiert. Papa gibt ihr ein Bild an die Hand, das Kribbeln als kleine Rakete im Bauch, die sich vor dem Start auflädt. Am nächsten Tag, kurz bevor Julia auf die Bühne tritt, spürt sie das Kribbeln wieder, aber diesmal lächelt sie, statt sich zu fürchten.
Diese Geschichte eignet sich wunderbar für Kinder, die selbst schon einmal aufgeregt vor einem Auftritt, einer Prüfung oder einem ersten Tag waren und nicht genau wussten, was mit ihrem Körper los ist. Sie hilft dabei, Aufregung als etwas Normales und sogar Wertvolles zu verstehen, statt sie als etwas Beängstigendes abzutun.
Wie jeden Abend wünsche ich euch und euren Kindern eine ruhige Nacht mit dieser Geschichte. Mehr Folgen findet ihr auf abinsbett.net, und wenn euch mein Podcast gefällt, freue ich mich riesig über eure Unterstützung auf abinsbett.net/support.
Ab ins Bett und träumt was Schönes.